Ergebnisse

Erfolge von direkten Artenhilfsmaßnahmen

Arnika Nachzucht

Arnika Nachzucht

Ein Schwerpunkt der aktuellen Untersuchungen stellt die Erprobung effektiver Artenhilfsmaßnahmen dar. Neben Einsaaten von Diasporen konkurrenzschwacher Zielarten (u. a. Arnica montana, Pinguicula vulgaris und Gentianella lutescens) auf Rohbodenflächen werden auch Pflanzungen von ex-situ vermehrten Arten (u. a. Hypochaeris maculata und Trifolium montanum) wie auch in-vitro erzeugten Orchideenarten (u. a. Orchis mascula) vorgenommen.

Mähgutübertragung auf eine Fläche

Mähgutübertragung auf eine Fläche

Bereits durch Mähgutübertragungen bzw. direkte Diasporeneinsaaten konnten sich einige Zielarten im Projektgebiet ausbreiten. Besonders erfolgreich ist im Projektgebiet die Entwicklung der Vorkommen von Dactylorhiza majalis. Bestehende Bestände haben sich bezüglich Individuenzahl deutlich erhöhen können, daneben existieren bereits mehrere, teilweise individuenreiche neue Vorkommen auf ehemals intensiv genutzten Grünlandstandorten.

Anpflanzung des Gefleckten Ferkelkrautes

Anpflanzung des Gefleckten Ferkelkrautes

Erste Erfolge stellten sich u. a. auch beim Gefleckten Ferkelkraut (Hypochaeris maculata) ein. Bereits im Jahr 2006 erfolgten Pflanzungen von zunächst mit Hilfe der in-vitro-Kultur vermehrten Pflanzen. Später konnte von gepflanzten Individuen vitales Samenmaterial gewonnen werden, so dass die Vermehrung dann durch einfache gärtnerische Kultur möglich wurde. Mittlerweile kommen mehr als 50 Individuen alljährlich zur Blüte und der Initialbestand verjüngt sich erfolgreich. Damit konnte das Aussterben der Art in Sachsen vorerst verhindert werden. Inwieweit die Verringerung der genetischen Variabilität die Vitalität der Population in Zukunft negativ beeinflussen wird, kann erst durch ein Langzeitmonitoring genauer erforscht werden.

Ebenfalls konnte eine Initialpopulation des in Deutschland vom Aussterben bedrohten Karpaten-Enzians etabliert werden, welche sich mittlerweile selbstständig verjüngt. Etablierungs- und Mortalitätsrate dieser noch sehr individuenarmen und instabilen Population werden genau erhoben, so dass über die Entwicklung des Initialbestandes umfangreiche Erkenntnisse gewonnen werden können.

Oberbodenabtrag auf einer Projektfläche

Oberbodenabtrag auf einer Projektfläche

Zahlreiche Zielarten des Projektgebietes etablierten sich auch auf Oberbodenabtragsflächen nach Einsaat neu. Besonders erfolgreich gelingt dies u. a. bei Dianthus seguieri und Arnica montana, welche die konkurrenzarmen Verhältnisse für sich nutzen können. Die Entwicklung dieser Bestände wird teilweise quantitativ in den nächsten Jahren weiter erfasst, um langfristige Prognosen für die Etablierungschancen entsprechender Zielarten außerhalb dieser Sonderstandorte ableiten zu können.

Heurechen

Heurechen

Unklar sind bisher die Erfolgsaussichten bezüglich Bestandsetablierung nach Pflanzungen in-vitro vermehrter Orchideenarten. Im Jahr 2015 wurden erstmalig durch in-vitro-Kultur (durchgeführt vom Umweltzentrum Dresden) vermehrte Knollen von Orchis mascula im Freiland ausgebracht. Da die Entwicklung von Orchideen sehr langwierig ist, werden erste Erkenntnisse bezüglich Verjüngung und Ausbreitung der Bestände am Ende des Projektes erwartet. Bei Vorversuchen mit anderen Orchideenarten ergaben sich bisher noch keine eindeutigen Erkenntnisse, so dass hier noch weiterer Forschungsbedarf besteht.

Dagegen entwickelten sich bereits bestehende Altvorkommen von Orchis mascula durch Bestandsstützungsmaßnahmen teilweise sehr erfreulich. Insbesondere durch eine bodennahe Motorsensenmahd kombiniert mit einer gründlichen Beräumung (Handrechen) der Standorte kann bei zusätzlicher Kalkung der Flächen eine deutliche Bestandserhöhung erreicht werden. Auf einem Standorte vervielfachte sich der Bestand in einem Zeitraum von 6 Jahren von ehemals ca. 30 blühenden Exemplaren auf aktuell 180 blühende Individuen.

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Online: http://www.gruenland-osterzgebirge.de/ergebnisse/artenhilfsmassnahmen/ [Datum: 18.10.2019]
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