Arten und Biotope

Karpaten-Fransenenzian (Gentianella lutescens)

Karpaten Fransenenzian
Karpaten Fransenenzian

Der Karpaten-Fransenenzian (Gentianella lutescens) gehört zu den bereits vor 1960 im Oelsener Gebiet verschollenen und in ganz Deutschland vom Aussterben bedrohten Arten. Das letzte, seit längerer Zeit bekannte Vorkommen der schon immer in Deutschland ausschließlich im Osterzgebirge existenten Art befindet sich am Geisingberg und wies bis vor kurzer Zeit eine nur geringe und jährlich stark schwankende Individuenzahl auf. Insbesondere die Kurzlebigkeit und die damit verbundene Abhängigkeit des Karpaten-Fransenenzians von alljährlich vorhandenen konkurrenzarmen Keimungs- und Etablierungsbedingungen führten zu dieser kritischen Bestandssituation. Um das Aussterben der Art in Deutschland zu verhindern, begannen bereits in den 1990er Jahren intensive Bemühungen zur Verbesserungen der Standortverhältnisse im Bereich des letzten bekannten Vorkommens, was zwar zu einer Zunahme der Individuenzahl, jedoch nicht zu einer deutlichen Ausbreitung der Art führte.

Da es auch weiterhin in einzelnen Jahren zu massiven Bestandseinbrüchen kam, wird am Botanischen Garten in Schellerhau seit einiger Zeit versucht, eine ex-situ-Kultur als Diasporenlieferant für Aussaat- und Auspflanzungsmaßnahmen aufzubauen. Dies gelang mittlerweile, so dass nun größere Mengen an Diasporenmaterial für Artenhilfsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Im Jahr 2010 wurde ein erster Ansiedlungsversuch im Oelsener Gebiet gestartet, welcher erstmals im Jahr 2012 zur Ausbildung einer kleineren, sich verjüngenden Initialpopulation auf einer Projektfläche führte. Umfänglichere Etablierungsversuche werden nun im Rahmen des Vorhabens durchgeführt, so dass grundsätzliche Erfahrungen zu Artenhilfsmaßnahmen des Karpaten-Fransenenzians auf Basis neuer populationsbiologischer Erkenntnisse gewonnen werden.

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Online: http://www.gruenland-osterzgebirge.de/arten-biotope/karpaten-enzian/ [Datum: 15.12.2019]
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